Informationen über das Reizdarmsyndrom

Was ist Reizdarmsyndrom?

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine chronische Erkrankung des Verdauungstraktes. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch Bauchschmerzen, chronischen und wiederkehrenden Durchfall, abdominelles Spannungsgefühl, Blähungen und Flatulenzen. Schätzungen zufolge leiden 15% der Bevölkerung an RDS Symptomen, doch viele Betroffene suchen keine ärztliche Hilfe auf.

H. Raskov et al., Irritable bowel syndrome, the microbiota and the gut-brain axis. Gut Microbes, 2016 Sep 2;7(5):365-83
P. Layer et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021 – AWMF Registriernummer: 021/016

Wie entsteht RDS?

Zur Frage wie und warum das Reizdarmsyndrom entsteht, bestehen mehrere Annahmen.

Unser Verdauungstrakt hat eine Fläche von 250 m², die mit der Aussenseite unseres Körpers in Kontakt steht. Da unser Körper täglich fremden Bakterien und Substanzen ausgesetzt ist, ist es notwendig einen geeigneten Abwehrmechanismus zu entwickeln, um gleichzeitig die Nahrungsaufnahme zu ermöglichen. Eine intakte Darmbarriere ermöglicht die Beförderung der Nahrung durch den Darm und wehrt schädliche Erreger ab. Wenn diese Schutzbarriere jedoch nicht funktioniert, können Schadstoffe eindringen und zu Entzündungen des Darms führen.

Studien haben gezeigt, dass RDS Patienten eine erhöhte Darmpermeabilität aufweisen, was das Eindringen von fremden Substanzen und Bakterien begünstigt. Eine intakte Darmbarriere kann diese abwehren und mit dem Stuhl aus dem Körper ausscheiden. Die Reaktion auf das Eindringen der Bakterien kann sich in Form von Entzündungen des Darms äussern. Veränderungen der Darmbarriere können durch Stress und lokale Infektionen entstehen. 

Wie entsteht RDS?

H. Raskov et al., Irritable bowel syndrome, the microbiota and the gut-brain axis. Gut Microbes, 2016 Sep 2;7(5):365-83
P. Layer et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021 – AWMF Registriernummer: 021/016

Was sind die Symptome von RDS?

Zu den häufigsten Symptomen von RDS zählen Bauchschmerzen in Verbindung mit Veränderungen des Stuhlgangs.

  • Bauchschmerzen
    Bauchschmerzen treten häufig in Form von Krämpfen auf. Diese  können in ihrer Intensität variieren. Es wurde festgestellt, dass emotionaler Stress und Nahrungsaufnahme die Schmerzen verschlimmern können. Ebenso wurde festgestellt, dass Stuhlgang und Flatulenzen die Schmerzen lindern können. 
  • Veränderung des Stuhlgangs
    Das zweithäufigste Symptom von RDS zeigt sich in Veränderungen des Stuhlgangs. Dies kann entweder in Form von Durchfall oder Verstopfung sein. Abhängig von der Prävalenz von Durchfall oder Verstopfung wird die Art von RDS klassifiziert. 
  • Durchfall
    Durchfall tritt in der Regel tagsüber nach dem Essen auf. Die Konsistenz ist meist halbflüssig oder flüssig. Weder Fieber, Blut noch Schleim sind Begleiterscheinungen.
  • Verstopfung
    Bei Verstopfung fühlen sich trotz Stuhlgangs viele Patienten nicht erleichtert. Hier ist Blut ebenfalls keine Begleiterscheinung. Frauen tendieren in der Regel häufiger zu Verstopfung als Männer. 
  • Weitere Symptome
    Weitere Symptome, die durch das Reizdarmsyndrom erscheinen können, sind Schwellungen des Bauches, ein brennendes Gefühl und Blähungen.
Was sind die Symptome von RDS?

H. Raskov et al., Irritable bowel syndrome, the microbiota and the gut-brain axis. Gut Microbes, 2016 Sep 2;7(5):365-83
P. Layer et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021 – AWMF Registriernummer: 021/016

Welche Arten von RDS gibt es?

Um RDS in verschiedene Typen zu klassifizieren, wird die Konsistenz des Stuhlgangs herangezogen. Die Stuhlkonsistenz wird gemäss der Bristol-Stuhlformen-Skala bewertet. 

Reizdarmsyndrom mit überwiegendem Durchfall:

Diese Art von RDS wird durch erhöhten, wässrigen und lockeren Stuhlgang im Laufe des Tages gekennzeichnet. Besonders charakteristisch dafür ist, dass viele Patienten kein Gefühl der Erleichterung nach dem Stuhlgang empfinden. In seltenen Fällen kann dies von Inkontinenz begleitet werden. Mehr als 25% der Patienten haben einen Stuhlgang vom Typ 6 oder 7 (Bristol-Skala). Weniger als 25% haben einen Stuhlgang vom Typ 1 oder 2. 

Reizdarmsyndrom mit überwiegender Verstopfung:

Diese Form von RDS wird durch harten, klumpigen Stuhlgang gekennzeichnet. In diesem Fall haben Patienten ebenfalls oftmals kein Gefühl der Erleichterung nach dem Stuhlgang. Mehr als 25% der Patienten haben eine Stuhlgang vom Typ 1 oder 2. Weniger als 25% der Patienten haben einen Stuhlgang vom Typ 6 oder 7. 

Alternierendes RDS: 

In manchen Fällen treten sowohl Verstopfung als auch Durchfall alternierend auf. In diesem Fall spricht man von alternierendem RDS. 

Nicht klassifizierbares RDS: 

Bei Patienten, die keiner der genannten Kategorien zuordbar sind, spricht man von nicht klassifizierbarem RDS.  

Welche Arten von RDS gibt es?

H. Raskov et al., Irritable bowel syndrome, the microbiota and the gut-brain axis. Gut Microbes, 2016 Sep 2;7(5):365-83
P. Layer et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021 – AWMF Registriernummer: 021/016

Wie wird RDS diagnostiziert?

Die Diagnose von RDS erfolgt nach Erfassen der Symptome, in den meisten Fällen nachdem andere schwerwiegende Erkrankungen wie Kolorektalkarzinom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.b. Morbus Crohn), Zöliakie, Kolitis oder Ovarialkarzinom ausgeschlossen werden konnten.

P. Layer et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021 – AWMF Registriernummer: 021/016

Wie wird RDS mit Durchfall behandelt?

Die Behandlung von RDS sollte sich nach der Art und Schwere der Symptome richten. Es bestehen verschiedene Behandlungen und Therapien für die einzelnen Arten von RDS.

Die Behandlung von RDS erstreckt sich oftmals über einen längeren Zeitraum. 

Im ersten Schritt der Behandlung wird oftmals darauf abgezielt, die Schmerzen und den Stuhlgang zu kontrollieren. Ein Symptomtagebuch kann helfen Faktoren zu identifizieren, die Symptome verschlimmern. Diese können beispielsweise Laktose oder andere Nahrungsunverträglichkeiten sein.  

P. Layer et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021 – AWMF Registriernummer: 021/016

Wann überweist mich mein Hausarzt an einen Facharzt?

Ein Hausarzt ist qualifiziert, um Patienten mit RDS zu behandeln. In manchen Fällen ist jedoch eine Überweisung an einen Spezialisten sinnvoll. Dies kann unter folgenden Umständen der Fall sein: 

  • wenn der Patient auf die verordnete Behandlung nicht reagiert.
  • wenn der Patient Symptome zeigt, die einen ergänzenden Test erfordern, der nur von einem Spezialisten durchgeführt werden kann. 

P. Layer et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021 – AWMF Registriernummer: 021/016

Wie verändert RDS den Alltag?

RDS ist keine schwere Krankheit, jedoch nicht zur Gänze heilbar. Da es sich um eine chronische Krankheit handelt, kann RDS die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Dennoch finden viele Patienten einen Weg ihre Symptome weitgehend zu verbessern. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Arzt wird empfohlen.

P. Layer et al., Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021 – AWMF Registriernummer: 021/016

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